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Milliardendesaster HGAA-Deal

Die CSU hat gesagt, dass die SPD heute nicht so laut kritisieren sollte, denn sie habe doch selbst 2007 dem Kauf der HGAA zugestimmt. Stimmt das?

Nein; das ist ein Lüge! Sie soll nur von der Verantwortung der CSU-Verwaltungsräte bei der BayernLB und der CSU-Staatsregierung ablenken.

Der Landtag hat niemals über den Kauf der HGAA abgestimmt.
Es gibt keinen Landtagsbeschluss.
Der Kauf wurde einzig und allein von Vorstand und Verwaltungsrat der BayernLB abgewickelt! In diesen Gremien war und ist kein SPD-Vertreter!

Der Haushaltsausschuss des Landtags wurde nach dem Kauf (als der Vertrag bereits rechtsgültig unterschieben war!) lediglich in einem kurzen Schreiben vom damaligen Finanzminister Faltlhauser an den CSU-Vorsitzenden des Haushaltsauschuss Ach informiert.

  • Am 22. Mai 2007 hatte die BayernLB zur Erlangung der unternehmerischen Führung einen Mehrheitsanteil (50 Prozent plus eine Aktie) an der HGAA erworben.

  • Mit Schreiben vom 23. Mai 2007 hatte der damalige Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, den Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags darüber schriftlich informiert. Das Schreiben ist etwas länger als 4 Seiten, preist die HGAA als ideale Ergänzung der BayernLB, spricht von Synergie- und Geschäftspotenzialen sowie Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa. Beigefügt ist eine Karte, die auch geographisch die HGAA als ideale Ergänzung der Landesbank darstellen soll.
    Diesen Brief gab der CSU-Vorsitzende des Haushaltshaltsausschusses dem Ausschuss zur Kenntnis und verwies auf eine in einer späteren Sitzung mögliche Aussprache.

  • Erst am 03. Juli 2007 hatte sich der Haushaltsausschuss dann im Rahmen eines Berichts des Finanzministers über einen Verlust der BayernLB im Aktienhandel in Höhe von 45 Millionen Euro auch mit dem Erwerb der HGAA befasst. Aus dieser Sitzung wird unser damaliger Haushaltssprecher Dupper mit folgendem Satz zitiert: "Die Bayerische Landesbank sei sehr gut aufgestellt. Im nationalen Geschäft aber auch Retail-Geschäft mache die BayernLB eine gute Figur. Im europäischen Wirtschaftsraum sei man mit der MKB und nun auch der Hypo Alpe Adria gut positioniert. Die Hypo Alpe Adria sei günstig zu erwerben gewesen, so dass es sich angeboten habe, das Geschäft zu machen, zumal der osteuropäische Markt ohnehin im Fokus gestanden habe."
    Jürgen Dupper bezog sich in seiner Äußerung auf die vom Finanzminister am 23. Mai gegebene Information, in der der Kauf in höchsten Tönen gelobt wurde.

  • Die Grünen waren in dieser Sitzung nicht grundsätzlich gegen der Erwerb der HGAA. Die Grünen wollten sogar noch mehr Engagement der BayernLB auf dem Balkan und nicht weniger. Die HGAA war aus Sicht der Grünen damals nicht zu viel, sonder zu wenig Balkan-Bank. Im Ausschussprotokoll ist nachzulesen: "Abg. Eike Hallitzky (Grüne) bemerkt, er sei nicht unbedingt überzeugt davon, dass der Kauf der Hypo Alpe Adria ein strategisch günstiger Erwerb gewesen sei, weil die Bank zwar in Italien und in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens tätig sei, weniger aber im eigentlichen Südosteuropa."
    Es ist deshalb ein jetzt von den Grünen erfundenes Märchen, dass sie als Mahner vor einem Balkan-Abenteuer gewarnt hätten.

  • Auch in der Sitzung am 3. Juli fand keinerlei Abstimmung statt; wozu auch? Die HGAA war längst - ohne Beteiligung des Landtages - von der BayernLB gekauft worden; mit Zustimmung der CSU-Verwaltungsratsmitgliedern in der BayernLB.

  • Am 28.11.2007 berichtete Finanzminister Huber in nichtöffentlicher Sitzung des Haushaltsausschusses über das Thema einer möglichen Fusion von Landesbanken. In diesem Zusammenhang erfolgten einige kurze Anmerkungen zum Thema HGAA. Wiederum gab es keinerlei Beschussfassung oder Abstimmung.

  • Fakt ist:

    SPD und Grüne haben sich ein dreiviertel Jahr später in der Haushaltsausschusssitzung am 02. April 2008 klar gegen den HGAA Deal ausgesprochen haben. Damals ging es im Rahmen der Beratungen des Nachtragshaushalts 2008 um einen Kapitalzuschuss des Freistaats für die BayernLB zur Finanzierung des Erwerbs der HGAA. SPD und Grüne lehnten das damals ab und hatten auch entsprechende Anträge vorgelegt.
    Unser Änderungsantrag zum Nachtragshaushalt 2008: LT Drs. 15/10294 vom 25.3.2008
    In dieser Sitzung sprach sich Jürgen Dupper ausdrücklich gegen die geplante Kapitalerhöhung bei der BayernLB im Zusammenhang mit dem Ankauf der HGAA aus.

München, 19.1.2010

Harald Güller und Inge Aures

 

Hintergründe und Informationen zum Milliardendesaster HGAA

 

 

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